Die Show geht weiter, bis mind. 2024

Sie ist verloren. Sie wurde zerschmettert – die Hoffnung! Weitere 6 Jahre mit Putin und seiner Politik. Putin an der Macht heißt Kadyrow an der Macht. Nun heißt es hoffen auf 2024? Bis dahin müssen wir ja noch überleben, wer weiß was alles dazwischenkommt. Wladimir Putin ist wiedergewählt worden mit seinem besten Ergebnis überhaupt, volle 76% hat er erhalten und 56,2 Millionen Russen haben Ihre Stimme wohl dem ewigen Herrscher abgegeben. In Tschetschenien sollen diesmal nicht mehr 99,9% für den Zaren gestimmt haben, sondern nur 93%. Dieses Jahr gab es wenigstens eine Alternative, eine wirkliche Alternative. Dennoch hat sich der Russe wohl gesagt – Keine Experimente, Putin bis 2024. Mir fallen da nur die Worte von Fjodor Tjuttschew ein „Mit Verstand ist Russland nicht zu begreifen.“

Tumsos Hilferuf aus Polen

Ein Hilferuf hat heute der tschetschenische Blogger Abu-Saddam Shishani alias Tumso Abdurakhmanov auf seinem YouTube Kanal gepostet. Er sitzt zurzeit im Abschiebehaft in Polen, wohin er im Sommer eingereist ist aus Georgien und direkt einen Asylantrag gestellt hat. Seit Juli 2017 war von Ihm nur eine Nachricht bekannt, nämlich dass er Versucht hat aus Georgien in ein anderes Land zu reisen um dort Asyl zu bieten, seitdem ist er in Haft in diesem Land. Das genau Land wollte er zu dem Zeitpunkt nicht nennen, hat aber mitgeteilt, dass es nicht Russland oder Georgien ist. Heut erfahren wir in einer Audiobotschaft von Ihm mehr, dazu gleich.

Wer ist Tumso Abdurakhmanov?
Herr Abdurakhmanov ist ein Blogger, der nach einem Konflikt mit der Familie Kadyrov seine Heimat Tschetschenien verlassen musste und im Nachbarland Georgien unterschlupft bekam. Er war stellvertretende Direktor des staatlichen Telekommunikationsunternehmen „Elektrosvyaz“ in Tschetschenien. Im November 2015 kam es zu einen Konflikt mit Islam Kadyrov, ein Neffe von Ramzan Kadyrov. Daraufhin wurden Tumso Abdurakhmanov alle möglichen Vergehen und terroristischen Aktivitäten unterstellt. Er brachte sich mit seiner Familie in Sicherheit und kämpfte seitdem für die Gerechtigkeit. Alle Fälle was der Klan Kadyrov und die ihm unterstellten Sicherheitsorgane in Tschetschenien gegen Tumso einleiteten waren frei erfunden und ohne Beweise. Tumso hat auf seinen Videos auf YouTube alle gegen Ihn eingeleiteten Fälle Stück für Stück auseinandergenommen und das Gegenteil nachgewiesen. Dennoch schaltete der Kadyrov Klan keinen Gang zurück sondern verstrickte sich in weitere absurden und sinnlosen Anschuldigungen. Während seines Aufenthalts in Georgien hat er sich an die vielen Instanzen in Russland gewendet um seine Unschuld zu beweisen, aber ohne den erwarteten Erfolg. Trotz der Bestätigung durch Memorial. Er hat einige Interviews mit dem georgischen Fernsehen, RadioFreeEurope, CurrentTime aus Tschechien gehabt sowie mit dem russischen TV-Sender Doschd. Neben RadioFreeEurope war Caucasian Knot der ständige Begleiter um den Fall Tumso Abdurakhmanov, als einzigen in Russland. Neben seinem persönlichen Fall wurde Tumso mehr und mehr zu einem Aktivisten der seine Landleute repräsentiert die unter dem Kadyrov Regime zu leiden haben. Er sprach die brisanten Fälle und Ereignisse in Tschetschenien an und durch seine Blogger-Arbeit wurde schon einiges bewirkt. Ramzan Kadyrov selbst hat Tumso zum feind erklärt wie einige andere Blogger. Im Juni 2017 hat Alexei Nawalny eine Aktion gestartet um den besten gesellschaftlich-politischen Blogger in Russland zu küren, der dann 1 Million Rubel als Preisgeld erhalten soll zur Unterstützung. In der Liste von Alexey Navalnyj landete Tumsos YouTube Kanal „Abu-Saddam Shishani“ auf den Platz neun und unter die Top 10.

Wie die Geschichte um dem Konflikt mit Islam Kadyrov angefangen hat erzählt er im Detail dem georgischen PalitraTV. Wegen diesem Konflikt und die dadurch resultierende Verfolgung floh Tumso Abdurakhmanov mit seiner Familie nach Georgien und stellte dort Asylantrag. Nach neun monatiger Untersuchung hat der Staat Georgien Tumsos Asylantrag abgelehnt. In der Ablehnung machte die zuständige Behörde klar, dass Tumsos Antrag nach allen Prinzipien und Regeln der Genfer Konvention rechtens ist und Ihm Schutz zu gewähren sei, aber nicht in Georgien – es „widerspräche den Interessen des Landes“. Darüber Berichtet die in Tschechien basierte „Current Times“ (Nastoyashaya Vremya). Tumso hat Widerspruch eingelegt und nachdem auch dieser abgelehnt wurde und eine Hoffnung auf Schutz und Asyl in Georgien schwand, hat er sich mit der Familie im Juli 2017 ins Flugzeug gesetzt nach Polen, um in einem europäischen Land Asyl zu bieten.

Der Hilferuf von Tumso Abdurakhmanov
Er beginnt damit, dass er zurzeit in Abschiebehaft sitzt und bisher seinen Aufenthaltsort im geheimen gehalten habe damit Russland nicht seine Abschiebung verlangen kann bevor nicht etwas entschieden wurde. Aber Russland sei leider nicht das einzige Land gewesen, vor dem er sich in Acht hätte nehmen müssen.

Am 11. Juli 2017 ist er mit einem Direktflug von Tiflis nach Warschau gereist mit seiner Frau und drei kleinen Kindern. Sofort nach Ankunft hat er einen schriftlichen Antrag auf Asylgesuch für sich und seine Familie gestellt, die er den Zollbeamten an der Kontrolle übergeben hat. Tumso wurde durch die Beamten verhaftet und ins Gefängnis gesteckt, seine Familie in einem speziellen Hotel untergebracht. Am Tag darauf wurden sie zusammen der Richte vorgeführt. Dieser hat Tumso mitgeteilt, dass er ein Persona non grata im Schengen-Bereich sei und er vermutlich bewaffnet und gefährlich sei. Danach fingen die ersten Lügen an, lt. Tumso, nämlich – dass er und seine Familie erst nach der Festnahme um Asyl gebeten haben. Die Zollbeamten haben es dem Richter so dargelegt, als hätten sie illegal ins Land einreisen wollen und dabei festgenommen wurden. Sein Anspruch gegen diese falsche Behauptungen wurde abgelehnt und ein zweimonatiger Haft angeordnet im Abschiebegefängnis. Er hat sich an die höhere Instanz gewandt mit Einspruch, ohne Erfolg. Nach ablaufen der zwei Monate wurde die Haft auf weitere 4 Monate verlängert. Gegen diese Freiheitsberaubung hat er auch Einspruch eingelegt, auch ohne Erfolg.

Der Versuch dem polnischen Staat verständlich zu machen, dass wir auf der Suche nach Schutz ins Land eingereist sind und vor der Verfolgung fliehen, haben leider kein offenes Ohr gefunden. Leider habe ich mich getäuscht und wir haben vor paar Tagen eine offizielle Ablehnung erhalten für den gestellten Asylantrag, sagt Tumso. Seit zwei Jahren führe er einen Kampf gegen die Ungerechtigkeit die Ihm und seiner Familie in Russland wiederfahren hat und stoße nun auf neue Ungerechtigkeit mitten in Europa. So hat zum Beispiel Interpol die russische Fahndung nach Ihm als widersprüchlich und gegen die eigene Regel eingestuft und die Fahndung im Interpol Netzwerk fallen gelassen. Außerdem wurde er aus der Database gelöscht wonach er Persona non grate im Schengen Raum ist, in die er durch deutsche Behörden gelandet ist auf drängen von Russland. Unabhängig davon wie die Gründe dafür waren, ist es nicht mehr Persona non grata und wird auch nicht von Interpol gesucht. Auf der Flucht vor unrechtmäßigem Haft in Russland sei er in unrechtmäßiger Haft in Polen gelandet, er habe einen Schlag erhalten von wo er diesen nie erwarte hätte.

Nun wendet er sich mit dieser Audiobotschaft an die polnische Regierung, welche die Genfer Konvention unterzeichnet hat und dem Schutz von verfolgten verpflichtet ist. Das Herr Abdurakhmanov zu den verfolgten gehört, dafür gibt es unzählige und unabhängige Beweise. „Ich bin zu Ihnen gekommen mit der Bitte um Schutz und befinde mich nun im Gefängnis und erhalte dazu eine Ablehnung meines Asylantrages“. Er bittet um den Schutz, um den er gebeten hat und die den unrechtmäßig verfolgten zusteht, um die Erlaubnis in diesem Land in Sicherheit zu leben. Falls dies nicht möglich sei, bittet er um die Genehmigung weiter reisen zu dürfen in ein Land, welches Ihm und seiner Familie diesen Schutz gewähren kann ohne die Abschiebung in den sicheren Tod nach Russland und Tschetschenien.

Abschließend wendet er sich an den EU Menschenrechtskommissar und UN Kommissar für Menschenrechte: „Wie kann es sein, dass ich trotzt der unzähligen unwiderlegbaren Beweise meiner Unschuld und der ungerechten Verfolgung durch Sicherheitsorgane kein Recht auf Schutz in einem europäischen Land habe dazu noch unter Missachtung vieler Verfahrensregel eine Ablehnung erhalte? Schauen Sie sich bitte meinen Fall an und lassen Sie die Gerechtigkeit siegen“.

Was können wir machen?
Zum einen bietet Tumso selbst einen Vorschlag, nämlich zu seinem Video englische Untertitel hinzuzufügen und seine Ansprache zu verbreiten damit die richtigen Leute aufmerksam darauf werden. Mein zusätzlicher Vorschlag wäre, dass wir uns an die polnische Botschaft per E-Mail mit dem nachfolgenden Schreiben wenden. Jeder kann sich das Schreiben kopieren und per E-Mail versenden. Je mehr es machen, desto mehr Aufmerksamkeit. Außerdem schlage ich vor, dass wir uns auch an den EU Menschenrechtskommissar mit dem Schreiben wenden. Beide Kontaktdaten habe ich unter aufgeführt. In dem Schreiben habe ich eine Link zu dem Video von Tumso auf YouTube eingebaut sowie ein Link zu diesem Beitrag in dem auf deutsch kurz der Fall erläutert wird. Wir sollten nicht tatenlos zuschauen, wie Tumso nach Russland und in die Kadyrov Hände abgeschoben wird!

 

Das Schreiben:

Betreff: Hilferuf von Tumso Abdurakhmanov

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich als besorgter Bürger zum Fall von Herrn Tumso Abdurakhmanov, der zurzeit in Abschiebehaft in Polen einsitzt mit seiner Frau und drei kleinen Kindern. Tumso Abdurakhmanov wird in Tschetschenien durch den Kadyrow Klan mit erfundenen Anschuldigungen verfolgt ohne jegliche Beweise zu liefern. Daraufhin ist Herr Abdurakhmanov nach Georgien geflüchtet. Die dortigen Behörden haben anerkannt, dass er unrechtmäßig verfolgt wird und Ihm nach der Genfer Konvention den Schutz zu gewähren sei. Der Schutz wurde aber nicht gewährt, da es „den Interessen des Landes widerspricht“. Da er eine Abschiebung nach Russland fürchtete ist er am 11. Juli 2017 in Polen eingereist und hat in Warschau am Flughafen einen Antrag auf Asyl gestellt.

Seitdem sitzt er und seine Familie in Abschiebehaft in Polen und hat nun auch noch ein negatives Bescheid erhalten bzw. Ablehnung des Asylantrages! Was völlig unverständlich ist. Ihm und seiner Familie droht nun die Abschiebung nach Russland, in den sicheren Tod!

Herr Abdurakhmanov hat unwiderrufliche Beweise seiner Unschuld. Seit seiner Verfolgung ist er zu einem politisch-gesellschaftlichem Blogger geworden auf YouTube wofür er auch von Alexei Nawalny in seiner Top 10 solcher Blogger mit aufgenommen wurde. Herr Abdurakhmanov hat Interviews mit dem TV-Sender Palitra gehabt und mit der Zeitschrift CurrentTime aus Tschechien oder RadioFreeEurope, wo sein Fall nochmal erläutert wird. Die Menschenrechtsorganisation Memorial in Russland tritt für Ihn ein. Nun soll er abgeschoben werden?

Er selbst hat am 10. Dezember eine Audiobotschaft auf seinem YouTube Kanal gepostet und bittet um Hilfe. Er wendet sich dabei an den polnischen Staat, an die Menschenrechtsorganisation in EU und UN.

Er darf nicht in den sicheren Tod nach Russland abgeschoben werden! Wir bitte um Ihren Einspruch bei den entsprechenden Behörden in Polen und um Freilassung von Tumso Abdurakhmanov und seiner Familie!

Vielen Dank im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen

Anlagen:
Link zum Video von Tumso Abdurakhmanov (russisch): https://youtu.be/MtCUC5Jz_jM
Mehr zum Fall Tumso Abdurakhmanov (deutsch): https://tschetschenien.wordpress.com/2017/12/10/hilferuf-aus-polen

 

Bitte an die folgenden Kontakte versenden:
Polens Botschaft in Berlin: berlin.amb.sekretariat@msz.gov.pl
EU Menschenrechtskommissar: commissioner@coe.int
UNRIC Büro in Deutschland: info@unric.org
GfbV e.V.: berlin@gfbv.de

Außerdem kann man dem EU Menschenrechtskommissar Nils Muiznieks bei Twitter anschreiben und den Video Link senden: https://twitter.com/commissionerhr

Die Friedensvereinbarungen von Chassawjurt

Vor 21 Jahren, am 31. August 1996, wurde in Chassawjurt (Dagestan) Vereinbarungen unterzeichnet, welche eine Basis für die Beziehung zwischen der Russischen Föderation und der Tschetschenischen Republik Itschkerien regelten.

Die Vereinbarungen wurden von dem Stabschef der tschetschenischen Armee Aslan Maskhadov und dem Sekretär des Sicherheitsrates von Russland Alexander Lebed unterzeichnet.

Mit der Unterzeichnung hörten in Tschetschenien militärische Operationen auf, russische Truppen wurden abgezogen, und die Frage den Status der Tschetschenischen Republik Ischkerien wurde bis zum 31. Dezember 2001 verschoben.

Hier originalen Aufnahmen, die ich schon mal verlinkt hatte:

Operation Djihad – 6. August 1996

Der 6. August 1996 spielt in der tschetschenischen Geschichte eine sehr große Rolle. An diesem Tag begann nämlich die Operation mit dem Codenamen „Djihad“, in der die Hauptstadt Grosny wiedererobert wurde und welche zu einem Friedensvertrag führte. Eines der bekanntesten Fotos aus dieser Zeit, welches durch die ganzen Medien ging, ist das folgende Bild eines tschetschenischen Kämpfers in Grosny.

 

Der Probedurchlauf

Für die anstehende Operation gab es einiges an Vorboten, unter ihnen der Angriff im März des selben Jahres; ein Probedurchlauf für die tschetschenischen Kämpfer. Sie drangen am 6. März in Grosny aus verschiedenen Richtungen ein, Teilbezirke waren eine Zeit lang vollständig unter der Kontrolle der Tschetschenen und viele strategische Objekte wurden auch zeitweise Besetzt. Nach drei Tagen verlustreicher Kämpfe für die russischen Besatzer, verließen die Tschetschenen Grosny und nahmen Waffen sowie mehrere Panzer als Trophäen mit sich. In dem Angriff wurden 70-300* Besatzer getötet und 259 verletzt. Tschetschenische Kämpfer hatten nur wenige Verluste zu beklagen. Dank dieser Operation wurden viele Daten für die anstehende August-Operation gesammelt, der Probedurchlauf erwies sich als äußerst erfolgreich. Im August des selben Jahres stellte sich schnell heraus, wer welche Schlüsse aus dem Angriff im März gezogen hat.

 

Rückeroberung von Grosny

Um 5 Uhr in der Früh an dem Dienstag des sechsten Augusts begann der Einmarsch tschetschenischer Kämpfer in Grosny. Sie nutzten die Straßen, Wege und Pfade, die nicht unter russischer Kontrolle waren. Als einheimische kannten sich die Kämpfer deutlich besser im Land und in der Stadt aus als die russischen Truppen mit ihren veralteten Stadtkarten. Weiterlesen