Tumsos Hilferuf aus Polen

Ein Hilferuf hat heute der tschetschenische Blogger Abu-Saddam Shishani alias Tumso Abdurakhmanov auf seinem YouTube Kanal gepostet. Er sitzt zurzeit im Abschiebehaft in Polen, wohin er im Sommer eingereist ist aus Georgien und direkt einen Asylantrag gestellt hat. Seit Juli 2017 war von Ihm nur eine Nachricht bekannt, nämlich dass er Versucht hat aus Georgien in ein anderes Land zu reisen um dort Asyl zu bieten, seitdem ist er in Haft in diesem Land. Das genau Land wollte er zu dem Zeitpunkt nicht nennen, hat aber mitgeteilt, dass es nicht Russland oder Georgien ist. Heut erfahren wir in einer Audiobotschaft von Ihm mehr, dazu gleich.

Wer ist Tumso Abdurakhmanov?
Herr Abdurakhmanov ist ein Blogger, der nach einem Konflikt mit der Familie Kadyrov seine Heimat Tschetschenien verlassen musste und im Nachbarland Georgien unterschlupft bekam. Er war stellvertretende Direktor des staatlichen Telekommunikationsunternehmen „Elektrosvyaz“ in Tschetschenien. Im November 2015 kam es zu einen Konflikt mit Islam Kadyrov, ein Neffe von Ramzan Kadyrov. Daraufhin wurden Tumso Abdurakhmanov alle möglichen Vergehen und terroristischen Aktivitäten unterstellt. Er brachte sich mit seiner Familie in Sicherheit und kämpfte seitdem für die Gerechtigkeit. Alle Fälle was der Klan Kadyrov und die ihm unterstellten Sicherheitsorgane in Tschetschenien gegen Tumso einleiteten waren frei erfunden und ohne Beweise. Tumso hat auf seinen Videos auf YouTube alle gegen Ihn eingeleiteten Fälle Stück für Stück auseinandergenommen und das Gegenteil nachgewiesen. Dennoch schaltete der Kadyrov Klan keinen Gang zurück sondern verstrickte sich in weitere absurden und sinnlosen Anschuldigungen. Während seines Aufenthalts in Georgien hat er sich an die vielen Instanzen in Russland gewendet um seine Unschuld zu beweisen, aber ohne den erwarteten Erfolg. Trotz der Bestätigung durch Memorial. Er hat einige Interviews mit dem georgischen Fernsehen, RadioFreeEurope, CurrentTime aus Tschechien gehabt sowie mit dem russischen TV-Sender Doschd. Neben RadioFreeEurope war Caucasian Knot der ständige Begleiter um den Fall Tumso Abdurakhmanov, als einzigen in Russland. Neben seinem persönlichen Fall wurde Tumso mehr und mehr zu einem Aktivisten der seine Landleute repräsentiert die unter dem Kadyrov Regime zu leiden haben. Er sprach die brisanten Fälle und Ereignisse in Tschetschenien an und durch seine Blogger-Arbeit wurde schon einiges bewirkt. Ramzan Kadyrov selbst hat Tumso zum feind erklärt wie einige andere Blogger. Im Juni 2017 hat Alexei Nawalny eine Aktion gestartet um den besten gesellschaftlich-politischen Blogger in Russland zu küren, der dann 1 Million Rubel als Preisgeld erhalten soll zur Unterstützung. In der Liste von Alexey Navalnyj landete Tumsos YouTube Kanal „Abu-Saddam Shishani“ auf den Platz neun und unter die Top 10.

Wie die Geschichte um dem Konflikt mit Islam Kadyrov angefangen hat erzählt er im Detail dem georgischen PalitraTV. Wegen diesem Konflikt und die dadurch resultierende Verfolgung floh Tumso Abdurakhmanov mit seiner Familie nach Georgien und stellte dort Asylantrag. Nach neun monatiger Untersuchung hat der Staat Georgien Tumsos Asylantrag abgelehnt. In der Ablehnung machte die zuständige Behörde klar, dass Tumsos Antrag nach allen Prinzipien und Regeln der Genfer Konvention rechtens ist und Ihm Schutz zu gewähren sei, aber nicht in Georgien – es „widerspräche den Interessen des Landes“. Darüber Berichtet die in Tschechien basierte „Current Times“ (Nastoyashaya Vremya). Tumso hat Widerspruch eingelegt und nachdem auch dieser abgelehnt wurde und eine Hoffnung auf Schutz und Asyl in Georgien schwand, hat er sich mit der Familie im Juli 2017 ins Flugzeug gesetzt nach Polen, um in einem europäischen Land Asyl zu bieten.

Der Hilferuf von Tumso Abdurakhmanov
Er beginnt damit, dass er zurzeit in Abschiebehaft sitzt und bisher seinen Aufenthaltsort im geheimen gehalten habe damit Russland nicht seine Abschiebung verlangen kann bevor nicht etwas entschieden wurde. Aber Russland sei leider nicht das einzige Land gewesen, vor dem er sich in Acht hätte nehmen müssen.

Am 11. Juli 2017 ist er mit einem Direktflug von Tiflis nach Warschau gereist mit seiner Frau und drei kleinen Kindern. Sofort nach Ankunft hat er einen schriftlichen Antrag auf Asylgesuch für sich und seine Familie gestellt, die er den Zollbeamten an der Kontrolle übergeben hat. Tumso wurde durch die Beamten verhaftet und ins Gefängnis gesteckt, seine Familie in einem speziellen Hotel untergebracht. Am Tag darauf wurden sie zusammen der Richte vorgeführt. Dieser hat Tumso mitgeteilt, dass er ein Persona non grata im Schengen-Bereich sei und er vermutlich bewaffnet und gefährlich sei. Danach fingen die ersten Lügen an, lt. Tumso, nämlich – dass er und seine Familie erst nach der Festnahme um Asyl gebeten haben. Die Zollbeamten haben es dem Richter so dargelegt, als hätten sie illegal ins Land einreisen wollen und dabei festgenommen wurden. Sein Anspruch gegen diese falsche Behauptungen wurde abgelehnt und ein zweimonatiger Haft angeordnet im Abschiebegefängnis. Er hat sich an die höhere Instanz gewandt mit Einspruch, ohne Erfolg. Nach ablaufen der zwei Monate wurde die Haft auf weitere 4 Monate verlängert. Gegen diese Freiheitsberaubung hat er auch Einspruch eingelegt, auch ohne Erfolg.

Der Versuch dem polnischen Staat verständlich zu machen, dass wir auf der Suche nach Schutz ins Land eingereist sind und vor der Verfolgung fliehen, haben leider kein offenes Ohr gefunden. Leider habe ich mich getäuscht und wir haben vor paar Tagen eine offizielle Ablehnung erhalten für den gestellten Asylantrag, sagt Tumso. Seit zwei Jahren führe er einen Kampf gegen die Ungerechtigkeit die Ihm und seiner Familie in Russland wiederfahren hat und stoße nun auf neue Ungerechtigkeit mitten in Europa. So hat zum Beispiel Interpol die russische Fahndung nach Ihm als widersprüchlich und gegen die eigene Regel eingestuft und die Fahndung im Interpol Netzwerk fallen gelassen. Außerdem wurde er aus der Database gelöscht wonach er Persona non grate im Schengen Raum ist, in die er durch deutsche Behörden gelandet ist auf drängen von Russland. Unabhängig davon wie die Gründe dafür waren, ist es nicht mehr Persona non grata und wird auch nicht von Interpol gesucht. Auf der Flucht vor unrechtmäßigem Haft in Russland sei er in unrechtmäßiger Haft in Polen gelandet, er habe einen Schlag erhalten von wo er diesen nie erwarte hätte.

Nun wendet er sich mit dieser Audiobotschaft an die polnische Regierung, welche die Genfer Konvention unterzeichnet hat und dem Schutz von verfolgten verpflichtet ist. Das Herr Abdurakhmanov zu den verfolgten gehört, dafür gibt es unzählige und unabhängige Beweise. „Ich bin zu Ihnen gekommen mit der Bitte um Schutz und befinde mich nun im Gefängnis und erhalte dazu eine Ablehnung meines Asylantrages“. Er bittet um den Schutz, um den er gebeten hat und die den unrechtmäßig verfolgten zusteht, um die Erlaubnis in diesem Land in Sicherheit zu leben. Falls dies nicht möglich sei, bittet er um die Genehmigung weiter reisen zu dürfen in ein Land, welches Ihm und seiner Familie diesen Schutz gewähren kann ohne die Abschiebung in den sicheren Tod nach Russland und Tschetschenien.

Abschließend wendet er sich an den EU Menschenrechtskommissar und UN Kommissar für Menschenrechte: „Wie kann es sein, dass ich trotzt der unzähligen unwiderlegbaren Beweise meiner Unschuld und der ungerechten Verfolgung durch Sicherheitsorgane kein Recht auf Schutz in einem europäischen Land habe dazu noch unter Missachtung vieler Verfahrensregel eine Ablehnung erhalte? Schauen Sie sich bitte meinen Fall an und lassen Sie die Gerechtigkeit siegen“.

Was können wir machen?
Zum einen bietet Tumso selbst einen Vorschlag, nämlich zu seinem Video englische Untertitel hinzuzufügen und seine Ansprache zu verbreiten damit die richtigen Leute aufmerksam darauf werden. Mein zusätzlicher Vorschlag wäre, dass wir uns an die polnische Botschaft per E-Mail mit dem nachfolgenden Schreiben wenden. Jeder kann sich das Schreiben kopieren und per E-Mail versenden. Je mehr es machen, desto mehr Aufmerksamkeit. Außerdem schlage ich vor, dass wir uns auch an den EU Menschenrechtskommissar mit dem Schreiben wenden. Beide Kontaktdaten habe ich unter aufgeführt. In dem Schreiben habe ich eine Link zu dem Video von Tumso auf YouTube eingebaut sowie ein Link zu diesem Beitrag in dem auf deutsch kurz der Fall erläutert wird. Wir sollten nicht tatenlos zuschauen, wie Tumso nach Russland und in die Kadyrov Hände abgeschoben wird!

 

Das Schreiben:

Betreff: Hilferuf von Tumso Abdurakhmanov

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich als besorgter Bürger zum Fall von Herrn Tumso Abdurakhmanov, der zurzeit in Abschiebehaft in Polen einsitzt mit seiner Frau und drei kleinen Kindern. Tumso Abdurakhmanov wird in Tschetschenien durch den Kadyrow Klan mit erfundenen Anschuldigungen verfolgt ohne jegliche Beweise zu liefern. Daraufhin ist Herr Abdurakhmanov nach Georgien geflüchtet. Die dortigen Behörden haben anerkannt, dass er unrechtmäßig verfolgt wird und Ihm nach der Genfer Konvention den Schutz zu gewähren sei. Der Schutz wurde aber nicht gewährt, da es „den Interessen des Landes widerspricht“. Da er eine Abschiebung nach Russland fürchtete ist er am 11. Juli 2017 in Polen eingereist und hat in Warschau am Flughafen einen Antrag auf Asyl gestellt.

Seitdem sitzt er und seine Familie in Abschiebehaft in Polen und hat nun auch noch ein negatives Bescheid erhalten bzw. Ablehnung des Asylantrages! Was völlig unverständlich ist. Ihm und seiner Familie droht nun die Abschiebung nach Russland, in den sicheren Tod!

Herr Abdurakhmanov hat unwiderrufliche Beweise seiner Unschuld. Seit seiner Verfolgung ist er zu einem politisch-gesellschaftlichem Blogger geworden auf YouTube wofür er auch von Alexei Nawalny in seiner Top 10 solcher Blogger mit aufgenommen wurde. Herr Abdurakhmanov hat Interviews mit dem TV-Sender Palitra gehabt und mit der Zeitschrift CurrentTime aus Tschechien oder RadioFreeEurope, wo sein Fall nochmal erläutert wird. Die Menschenrechtsorganisation Memorial in Russland tritt für Ihn ein. Nun soll er abgeschoben werden?

Er selbst hat am 10. Dezember eine Audiobotschaft auf seinem YouTube Kanal gepostet und bittet um Hilfe. Er wendet sich dabei an den polnischen Staat, an die Menschenrechtsorganisation in EU und UN.

Er darf nicht in den sicheren Tod nach Russland abgeschoben werden! Wir bitte um Ihren Einspruch bei den entsprechenden Behörden in Polen und um Freilassung von Tumso Abdurakhmanov und seiner Familie!

Vielen Dank im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen

Anlagen:
Link zum Video von Tumso Abdurakhmanov (russisch): https://youtu.be/MtCUC5Jz_jM
Mehr zum Fall Tumso Abdurakhmanov (deutsch): https://tschetschenien.wordpress.com/2017/12/10/hilferuf-aus-polen

 

Bitte an die folgenden Kontakte versenden:
Polens Botschaft in Berlin: berlin.amb.sekretariat@msz.gov.pl
EU Menschenrechtskommissar: commissioner@coe.int
UNRIC Büro in Deutschland: info@unric.org
GfbV e.V.: berlin@gfbv.de

Außerdem kann man dem EU Menschenrechtskommissar Nils Muiznieks bei Twitter anschreiben und den Video Link senden: https://twitter.com/commissionerhr

Remember, remember, the end of November

Vor 25. Jahren, am 25-26. November 1990, haben die Parlamentarier des Tschetschenischen Parlaments für die Unabhängigkeit der Tschetschenischen Republik von der UDSSR gestimmt. Nachdem juristisch die Sowjetunion aufgelöst wurde, haben alle Regionen und Republiken, die ein Teil der neu gegründeten Russischen Föderation sein wollten einen Vertrag mit Russland unterzeichnet so z.B. Dagestan, Inguschetien, Tatarstan oder Burjatien. Andere Republiken der UDSSR wie Kasachstan, Armenien oder Ukraine haben ihre Unabhängigkeit erklärt und eigenes Staat gegründet, somit keinen Vertrag mit der Russischen Föderation unterzeichnet. Dann gab es noch Tschetschenien. Tschetschenien hat auf das Recht der Selbstbestimmung bestanden, wie Kasachstan oder Ukraine, wie auch seinerzeit von Boris Jelzin zugesichert hat – Nehmt euch Freiheit so viel ihr wollt.

Am 8. Juni 1991 wurde aus der von UDSSR unabhängigen Tschetschenischen Republik nach Wahlen und Volksabstimmung die Tschetschenische Republik Itschkerien gegründet. Erst am 25. Dezember 1991 wurde offiziell und formell die Russische Föderation, der Nachfolgestaat von UDSSR gegründet.

november1994_tschetschenienDas zweite wichtige Datum im November ist der 26. November 1994, der eigentliche Beginn des ersten Tschetschenienkrieges! An dem Tag versuchte Russland den vom Volk gewählte Präsidenten Dschochar Dudajew zu putschen. Dafür wurden tschetschenische Kriminelle aus der russischen Haft entlassen und zusammen mit der vermeintlichen Opposition und russischen Soldaten begann der Stumr auf Grosny, der am 29. November erfolglos für Russland endete und blutigen Beginn für Tschetschenien einläutete… Wie heute im Falle Krim und Ostukraine behauptete Russland stur und fest „Es gibt in Tschetschenien keine russischen Soldaten“ (Aussage des Verteidigungsministers P. Gratschow, 26.11.1994). Was Russen darunter Versteht haben ganz aktuell in der Ukraine erlebt.

Als der Sturm auf Grosny im November 1994 fehlschlug, erklärte Russland der jungen Republik den Krieg und marschierte mit aller Macht am 11. Dezember 1994 in Tschetschenien ein! Damit begann die Gewaltspirale, dessen Ende bis heute nicht in Sicht ist. Ganze Generation ist im Krieg aufgewachsen und kennt nichts anderes als Gewalt und Hass. Einige hundert dieser Jungen sind heute in Syrien und führen dort Krieg gegen Russland bzw. Assad, der von Russland unterstützt wird und für Russland wichtig ist.

 

Doku: Tschetschenien – Vergessen auf Befehl (HD)

Im Dezember 2014 jährte sich der Beginn des Ersten Tschetschenienkriegs zum 20. Mal. Für das tschetschenische Volk eine 20 Jahre andauernde, endlose Geschichte der Auslöschung. Zehntausende starben in den Kriegsjahren und insbesondere Männer zwischen 14 und 70 Jahren auch im Namen des „Kampfes gegen den Terror“. Über ein Jahr lang filmte Manon Loizeau das von Wladimir Putin angeblich befriedete Tschetschenien: ein Land des Verdrängens. Jeder, der versucht, sich zu erinnern, wird vernichtet. Denn der junge vom Kreml eingesetzte Präsident Ramsan Kadyrow regiert mit eiserner Hand. Als neuer Landesvater träumt er von einer Gesellschaft ohne jegliche Erinnerung, deren Vorbilder Putin und Stalin sind.

HBS: 20 Jahre Beginn des Tschetschenienkriegs

Im Russland Blog der „Heinrich Böll Stiftung“ hat Herr Jens Siegert versucht das in Erinnerung zu rufen, was viele schon vergessen haben und ein Rückblick gewagt. Diesen Beitrag habe ich leider erst heute entdeckt.

Vor ziemlich genau 20 Jahren begann der Erste Tschetschenienkrieg. Ziemlich genau. Denn die genaue Datierung ist nicht ganz einfach. Es gibt drei Daten. Am 26. November 1994 versuchten etwa 1.200 tschetschenische Kämpfer, unterstützt von russischen Soldaten, die tschetschenische Hauptstadt Grosny zu erobern. Der Versuch scheiterte blutig. Die Angreifer wurden aufgerieben. Viele wurden getötet. Daraufhin unterschrieb Präsident Boris Jelzin am 30. November einen Ukas zur „Wiederherstellung der verfassungsgemäßen Ordnung“ in Tschetschenien. Am 11. Dezember dann marschierten russische Truppen nach Tschetschenien ein, aus dem sie sich nach dem Ende der Sowjetunion fluchtartig und unter Zurücklassung fast aller Waffen zurückgezogen hatten.

Nachdem diese Notizen schon fertig und redigiert waren, hat eine unbekannte Zahl von Bewaffneten im Stadtzentrum von Grosny mehrere Gebäude besetzt. Es gibt Tote. Die, laut tschetschenischem Oberhaupt Ramsan Kadyrow, inzwischen „sicherste Stadt Russlands“ ist ganz plötzlich wieder unsicher geworden. Die Menschen fürchten sich, einige flüchten. Schnell sind die Erinnerungen an noch schrecklichere Zeiten zurück. Um diese Erinnerungen geht es hier. Im Folgenden werde ich weniger analysieren und bewerten als vielmehr, ja, (mich, uns) erinnern. Denn wir mögen uns daran gewöhnt haben, nicht mehr alltägliche Schreckensmeldungen aus Tschetschenien zu hören. Der aktuelle Schrecken dort ist ruhige, friedhofsruhiger. Aber er ist nicht weg. Nur verdrängt. Von Hoffnung und von Angst. Weiterlesen

Offener Brief aus Litauen anlässlich der 70. Jährung des Genozids über Tschetschenen

Logo_Freiheitsbewegung-Sąjudis_Litauen-Vilnius


Die litauischen Freiheitsbewegung „Sąjūdis“ aus Vilnius hat einen öffentlichen Appell anlässlich der 70. Jährung der Deportation von Tschetschenen und Inguschen veröffentlicht.

 

Der offene Brief ist in Englisch und gerichtet an folgende Personen und/oder Gruppen:

Mr. Ban Ki-moon, Secretary-General of the United Nations
Mr. Thomas Bach, President of the International Olympic Committee
Mr. Herman Van Rompuy, President of the European Council
Mr. Vladimir Putin, President of the Russian Federation
Mr. Barack Obama, President of the United States of America
Mrs. Dalia Grybauskaite, President of the Republic of Lithuania
HEADS OF STATE OF EUROPE
Members of the European Parliament
Members of the Parliamentary Assembly of the Council of Europe
Members of the State Duma of the Russian Federation
Members of the Seimas of the Republic of Lithuania
CHECHEN PEOPLE
Mass media

 

 

APPEAL of Vilnius City Board of Sąjūdis, the Lithuanian Freedom Movement 70 years of Russia’s genocide in Chechenia

Vilnius 12 February 2014

During 23–25 February 1944, Stalinist regime of the USSR forcibly deported the entire Chechen people (520,000) to Kazakhstan, Siberia, and Central Asia. This military operation involved about 200,000 officers and soldiers of the Red Army and the People’s Commissariat of Internal Affairs (NKVD). As a result of the inhuman act carried out by the Stalinist regime, about 70% of the Chechens were killed. They died of hunger, cold, and diseases in the course of the operation and in exile.

This deportation can be called the greatest state-conducted terrorist attack in the history of mankind.

11 December 1994 was the beginning day of the Russian military aggression against Chechenia, which continues up to this day.

On 21 April 1996, Russia brutally killed the first President of the Chechen Republic of Ichkeria Dzhokhar Dudayev. The following Presidents were also killed: 13 February 2004 – Zelimkhan Yandarbiyev; 8 March 2005 – Aslan Maskhadov; 17 June 2006 – Abdul-Halim Saydulaev.

On 12 May 1997, the Russian Federation and the Chechen Republic of Ichkeria concluded the Peace Treaty, which was signed by Russian President Boris Yeltsin and President of the Chechen Republic of Ichkeria Aslan Maskhadov.
On 17 July 1999, Russia, having violating the Treaty, started genocide in the Chechen Republic of Ichkeria and continues it until the present time. Since the beginning of the war (11 December 1994), Russia killed about 250,000 Chechens, including 42,000 children, and caused damage of about 300 billion U.S. dollars. More than 300,000 Chechens became refugees. Towns and villages were devastated, the economy and infrastructure were ruined, historical cultural heritage was destroyed, land was poisoned and became unusable. The Russian army of hundred thousand men turned Chechenia into a foothold of the actions of its colonial war. It was here where the latest Russian weapons and weapons banned by international conventions were tested. Chemical weapons were also used and became the cause of epidemics of various diseases that struck Chechenia now. These Russia’s actions against the Chechen people have all the hallmarks of state terrorism and genocide.

Russia began to fight its colonial, aggressive war in Chechenia and all over the North Caucasus 400 years ago. During all this time, the Chechen people have been struggling for its liberation and independence.

Russian Emperor Alexander II established the Medal for the Conquest of Chechnya and Dagestan and awarded it to 147,000 soldiers, doctors, officials, and priests who participated in military operations against Chechenia and Dagestan from 1857 to 1859. After Russia’s colonial war that lasted for nearly 100 years, when only about 116,000 out of 3 million Chechens survived, Chechenia was deprived of its independence in 1859. Nevertheless, the Chechens often rebelled against their oppressors.

Russian authorities have been telling the world that Chechenia is part of Russia’s lands. However, the inscription on the tsar’s medal reads: “For the Conquest of Chechnya and Dagestan”, so everyone should be clear that Russia conquered, warred down, occupied Chechenia.

During Russia’s war in Chechenia, since 11 December 1994, five summer Olympics were held in the world and the fifth winter Olympics, in Sochi, is going on currently. During the Olympic Games, the Russian authorities never, not for a single moment, ceased hostilities in Chechenia.

23 February is the day of the 70th anniversary of the barbaric and inhumane deportation of the whole Chechen people to Siberia, Kazakhstan, and Central Asia.

We believe that Russia:

– has been committing heavy crimes against the Chechen people for several centuries;
– grossly violated and continues to violate the norms and principles of international law in Chechenia;
– denies the right of the Chechen people to self-determination and national independence;
– as a result of the Caucasian War in 1785–1864 and military intervention in 1994–1999, the Chechen people was colonised by Russia.

We request the high international organisations and heads of states of Europe to carry out a comprehensive and objective international investigation of the Chechen issue from the perspective of the principles and universally recognised norms of international law.

L. Kerosierius, Chairman of the Board
A. Budriunas, Executive Secretary of the Board
S. Makauskiene, Member of the Board, Member of Vilnius Committee to Support the Independence of the Chechen Republic of Ichkeria

Members of the Board:
G. Adomaitis, A. Akelaitis, A. Ambrazas, A. Augulis, A. Bagdanaviciene, K. Balciunas, S. Boreika, A. Budriunas, I. Buinickaite, J. Cesnavicius, P. Dirse, S. Eidukonis, P. Gvazdauskas, R. Jakuciuniene, J. Jaramaitiene, J. Kaminskaite, A. Kaziukonis, L. Kerosierius, J. Kuoras, S. Makauskiene, A. Markuniene, H. Martinkenas, V. Masikonis, K. Milius, V. Nivinskiene, J. Parnarauskas, F. Petkus, V. Ramanauskas, P. Rutkauskas, R. Simonaitis, P. Sakalauskas, L. Tamkeviciene, L. Velickaite, K. Vidziunas, R. Vilimiene, B. Zavisa, S. Zilinskas. Weiterlesen