Remember, remember, the end of November

Vor 25. Jahren, am 25-26. November 1990, haben die Parlamentarier des Tschetschenischen Parlaments für die Unabhängigkeit der Tschetschenischen Republik von der UDSSR gestimmt. Nachdem juristisch die Sowjetunion aufgelöst wurde, haben alle Regionen und Republiken, die ein Teil der neu gegründeten Russischen Föderation sein wollten einen Vertrag mit Russland unterzeichnet so z.B. Dagestan, Inguschetien, Tatarstan oder Burjatien. Andere Republiken der UDSSR wie Kasachstan, Armenien oder Ukraine haben ihre Unabhängigkeit erklärt und eigenes Staat gegründet, somit keinen Vertrag mit der Russischen Föderation unterzeichnet. Dann gab es noch Tschetschenien. Tschetschenien hat auf das Recht der Selbstbestimmung bestanden, wie Kasachstan oder Ukraine, wie auch seinerzeit von Boris Jelzin zugesichert hat – Nehmt euch Freiheit so viel ihr wollt.

Am 8. Juni 1991 wurde aus der von UDSSR unabhängigen Tschetschenischen Republik nach Wahlen und Volksabstimmung die Tschetschenische Republik Itschkerien gegründet. Erst am 25. Dezember 1991 wurde offiziell und formell die Russische Föderation, der Nachfolgestaat von UDSSR gegründet.

november1994_tschetschenienDas zweite wichtige Datum im November ist der 26. November 1994, der eigentliche Beginn des ersten Tschetschenienkrieges! An dem Tag versuchte Russland den vom Volk gewählte Präsidenten Dschochar Dudajew zu putschen. Dafür wurden tschetschenische Kriminelle aus der russischen Haft entlassen und zusammen mit der vermeintlichen Opposition und russischen Soldaten begann der Stumr auf Grosny, der am 29. November erfolglos für Russland endete und blutigen Beginn für Tschetschenien einläutete… Wie heute im Falle Krim und Ostukraine behauptete Russland stur und fest „Es gibt in Tschetschenien keine russischen Soldaten“ (Aussage des Verteidigungsministers P. Gratschow, 26.11.1994). Was Russen darunter Versteht haben ganz aktuell in der Ukraine erlebt.

Als der Sturm auf Grosny im November 1994 fehlschlug, erklärte Russland der jungen Republik den Krieg und marschierte mit aller Macht am 11. Dezember 1994 in Tschetschenien ein! Damit begann die Gewaltspirale, dessen Ende bis heute nicht in Sicht ist. Ganze Generation ist im Krieg aufgewachsen und kennt nichts anderes als Gewalt und Hass. Einige hundert dieser Jungen sind heute in Syrien und führen dort Krieg gegen Russland bzw. Assad, der von Russland unterstützt wird und für Russland wichtig ist.

 

Doku: Tschetschenien – Vergessen auf Befehl (HD)

Im Dezember 2014 jährte sich der Beginn des Ersten Tschetschenienkriegs zum 20. Mal. Für das tschetschenische Volk eine 20 Jahre andauernde, endlose Geschichte der Auslöschung. Zehntausende starben in den Kriegsjahren und insbesondere Männer zwischen 14 und 70 Jahren auch im Namen des „Kampfes gegen den Terror“. Über ein Jahr lang filmte Manon Loizeau das von Wladimir Putin angeblich befriedete Tschetschenien: ein Land des Verdrängens. Jeder, der versucht, sich zu erinnern, wird vernichtet. Denn der junge vom Kreml eingesetzte Präsident Ramsan Kadyrow regiert mit eiserner Hand. Als neuer Landesvater träumt er von einer Gesellschaft ohne jegliche Erinnerung, deren Vorbilder Putin und Stalin sind.

HBS: 20 Jahre Beginn des Tschetschenienkriegs

Im Russland Blog der „Heinrich Böll Stiftung“ hat Herr Jens Siegert versucht das in Erinnerung zu rufen, was viele schon vergessen haben und ein Rückblick gewagt. Diesen Beitrag habe ich leider erst heute entdeckt.

Vor ziemlich genau 20 Jahren begann der Erste Tschetschenienkrieg. Ziemlich genau. Denn die genaue Datierung ist nicht ganz einfach. Es gibt drei Daten. Am 26. November 1994 versuchten etwa 1.200 tschetschenische Kämpfer, unterstützt von russischen Soldaten, die tschetschenische Hauptstadt Grosny zu erobern. Der Versuch scheiterte blutig. Die Angreifer wurden aufgerieben. Viele wurden getötet. Daraufhin unterschrieb Präsident Boris Jelzin am 30. November einen Ukas zur „Wiederherstellung der verfassungsgemäßen Ordnung“ in Tschetschenien. Am 11. Dezember dann marschierten russische Truppen nach Tschetschenien ein, aus dem sie sich nach dem Ende der Sowjetunion fluchtartig und unter Zurücklassung fast aller Waffen zurückgezogen hatten.

Nachdem diese Notizen schon fertig und redigiert waren, hat eine unbekannte Zahl von Bewaffneten im Stadtzentrum von Grosny mehrere Gebäude besetzt. Es gibt Tote. Die, laut tschetschenischem Oberhaupt Ramsan Kadyrow, inzwischen „sicherste Stadt Russlands“ ist ganz plötzlich wieder unsicher geworden. Die Menschen fürchten sich, einige flüchten. Schnell sind die Erinnerungen an noch schrecklichere Zeiten zurück. Um diese Erinnerungen geht es hier. Im Folgenden werde ich weniger analysieren und bewerten als vielmehr, ja, (mich, uns) erinnern. Denn wir mögen uns daran gewöhnt haben, nicht mehr alltägliche Schreckensmeldungen aus Tschetschenien zu hören. Der aktuelle Schrecken dort ist ruhige, friedhofsruhiger. Aber er ist nicht weg. Nur verdrängt. Von Hoffnung und von Angst. Weiterlesen

Offener Brief aus Litauen anlässlich der 70. Jährung des Genozids über Tschetschenen

Logo_Freiheitsbewegung-Sąjudis_Litauen-Vilnius


Die litauischen Freiheitsbewegung „Sąjūdis“ aus Vilnius hat einen öffentlichen Appell anlässlich der 70. Jährung der Deportation von Tschetschenen und Inguschen veröffentlicht.

 

Der offene Brief ist in Englisch und gerichtet an folgende Personen und/oder Gruppen:

Mr. Ban Ki-moon, Secretary-General of the United Nations
Mr. Thomas Bach, President of the International Olympic Committee
Mr. Herman Van Rompuy, President of the European Council
Mr. Vladimir Putin, President of the Russian Federation
Mr. Barack Obama, President of the United States of America
Mrs. Dalia Grybauskaite, President of the Republic of Lithuania
HEADS OF STATE OF EUROPE
Members of the European Parliament
Members of the Parliamentary Assembly of the Council of Europe
Members of the State Duma of the Russian Federation
Members of the Seimas of the Republic of Lithuania
CHECHEN PEOPLE
Mass media

 

 

APPEAL of Vilnius City Board of Sąjūdis, the Lithuanian Freedom Movement 70 years of Russia’s genocide in Chechenia

Vilnius 12 February 2014

During 23–25 February 1944, Stalinist regime of the USSR forcibly deported the entire Chechen people (520,000) to Kazakhstan, Siberia, and Central Asia. This military operation involved about 200,000 officers and soldiers of the Red Army and the People’s Commissariat of Internal Affairs (NKVD). As a result of the inhuman act carried out by the Stalinist regime, about 70% of the Chechens were killed. They died of hunger, cold, and diseases in the course of the operation and in exile.

This deportation can be called the greatest state-conducted terrorist attack in the history of mankind.

11 December 1994 was the beginning day of the Russian military aggression against Chechenia, which continues up to this day.

On 21 April 1996, Russia brutally killed the first President of the Chechen Republic of Ichkeria Dzhokhar Dudayev. The following Presidents were also killed: 13 February 2004 – Zelimkhan Yandarbiyev; 8 March 2005 – Aslan Maskhadov; 17 June 2006 – Abdul-Halim Saydulaev.

On 12 May 1997, the Russian Federation and the Chechen Republic of Ichkeria concluded the Peace Treaty, which was signed by Russian President Boris Yeltsin and President of the Chechen Republic of Ichkeria Aslan Maskhadov.
On 17 July 1999, Russia, having violating the Treaty, started genocide in the Chechen Republic of Ichkeria and continues it until the present time. Since the beginning of the war (11 December 1994), Russia killed about 250,000 Chechens, including 42,000 children, and caused damage of about 300 billion U.S. dollars. More than 300,000 Chechens became refugees. Towns and villages were devastated, the economy and infrastructure were ruined, historical cultural heritage was destroyed, land was poisoned and became unusable. The Russian army of hundred thousand men turned Chechenia into a foothold of the actions of its colonial war. It was here where the latest Russian weapons and weapons banned by international conventions were tested. Chemical weapons were also used and became the cause of epidemics of various diseases that struck Chechenia now. These Russia’s actions against the Chechen people have all the hallmarks of state terrorism and genocide.

Russia began to fight its colonial, aggressive war in Chechenia and all over the North Caucasus 400 years ago. During all this time, the Chechen people have been struggling for its liberation and independence.

Russian Emperor Alexander II established the Medal for the Conquest of Chechnya and Dagestan and awarded it to 147,000 soldiers, doctors, officials, and priests who participated in military operations against Chechenia and Dagestan from 1857 to 1859. After Russia’s colonial war that lasted for nearly 100 years, when only about 116,000 out of 3 million Chechens survived, Chechenia was deprived of its independence in 1859. Nevertheless, the Chechens often rebelled against their oppressors.

Russian authorities have been telling the world that Chechenia is part of Russia’s lands. However, the inscription on the tsar’s medal reads: “For the Conquest of Chechnya and Dagestan”, so everyone should be clear that Russia conquered, warred down, occupied Chechenia.

During Russia’s war in Chechenia, since 11 December 1994, five summer Olympics were held in the world and the fifth winter Olympics, in Sochi, is going on currently. During the Olympic Games, the Russian authorities never, not for a single moment, ceased hostilities in Chechenia.

23 February is the day of the 70th anniversary of the barbaric and inhumane deportation of the whole Chechen people to Siberia, Kazakhstan, and Central Asia.

We believe that Russia:

– has been committing heavy crimes against the Chechen people for several centuries;
– grossly violated and continues to violate the norms and principles of international law in Chechenia;
– denies the right of the Chechen people to self-determination and national independence;
– as a result of the Caucasian War in 1785–1864 and military intervention in 1994–1999, the Chechen people was colonised by Russia.

We request the high international organisations and heads of states of Europe to carry out a comprehensive and objective international investigation of the Chechen issue from the perspective of the principles and universally recognised norms of international law.

L. Kerosierius, Chairman of the Board
A. Budriunas, Executive Secretary of the Board
S. Makauskiene, Member of the Board, Member of Vilnius Committee to Support the Independence of the Chechen Republic of Ichkeria

Members of the Board:
G. Adomaitis, A. Akelaitis, A. Ambrazas, A. Augulis, A. Bagdanaviciene, K. Balciunas, S. Boreika, A. Budriunas, I. Buinickaite, J. Cesnavicius, P. Dirse, S. Eidukonis, P. Gvazdauskas, R. Jakuciuniene, J. Jaramaitiene, J. Kaminskaite, A. Kaziukonis, L. Kerosierius, J. Kuoras, S. Makauskiene, A. Markuniene, H. Martinkenas, V. Masikonis, K. Milius, V. Nivinskiene, J. Parnarauskas, F. Petkus, V. Ramanauskas, P. Rutkauskas, R. Simonaitis, P. Sakalauskas, L. Tamkeviciene, L. Velickaite, K. Vidziunas, R. Vilimiene, B. Zavisa, S. Zilinskas. Weiterlesen

Heute möchte ich einen Kurzfilm mit euch teilen. Ich bin generell ein Liebhaber von Kurzfilmen, seien es animierte, Dokumentar oder Darama. Kategorie spielt für mich bei Kurzfilmen im Großen und Ganzen keine Rolle. Als erstes Fallen mir ein „Überfischung der Meere“, „Schwarze Milch“oder „Last Words“. Nicht unbedingt weil es die besten sind, sondern weil ich sie zuletzt geschaut und den Titel noch in Erinnerung habe. Zuletzt sorgte ein animierter Kurzfilm von einem deutschen Studenten im Internet für Aufsehen – R’ha, so meine ich wird es geschrieben. Eine aufwendig erstellte Animation, die Millionen im Web angeklickt haben.
Der Kurzfilm „C1a“ was aus dem tschetschenischen Haus bedeutet, wurde von einem tschetschenischen Studenten geschaffen. Ruslan Magomadovs „Haus“ basiert auf realen Ereignissen. Es ist die Geschichte eines alten Mannes, der während des Tschetschenien-Krieges im zerstörren Grosny zurückbleibt. Er wird von niemanden gebraucht, er kann nirgends hinfliehen, dass einzige was ihm bleibt ist sein Haus. Tag für Tag repariert er und arbeitet an seinem Haus mit den Utensilien, die er in benachbarten Ruinen findet. Nachts versteckt er sich in seinem Keller vor Angriffen und Plünderungen des russische Militärs.
Der Film erzählt von Überleben im Krieg, Einsamkeit und von der Hoffnung auf eine Zukunft.

Kurzfilm: C1a (Haus)